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Ehrenamtliche Finanzpat:innen 
an Stuttgarter Schulen und Einrichtungen

Überschuldungskarrieren frühzeitig stoppen

Die Zentrale Schuldnerberatung Stuttgart (ZSB) setzt seit Jahren auf die Präventionsarbeit. Schüle:innen  aus Berufs-, Förder-, Haupt- und Realschulen haben nach Abschluss ihrer Schulzeit oft nur sehr unzureichende lebenspraktische Kenntnisse und Kompetenzen im Umgang mit Geld und Finanzen. So kennen viele Schüler:innen den Unterschied zwischen einem Spar- und einem Girokonto nicht. Kaum einer/eine weiß um die Notwendigkeit, einen Überblick über die eigenen Einnahmen und Ausgaben zu haben. Die Kenntnisse über Versicherungen, Wissen um die Kosten einer eigenen Wohnung oder die wirklichen Unterhaltskosten für ein Auto reichen nicht aus.



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Was Hänschen nicht lernt…

Schule und Elternhaus kommen der notwendigen Wissensvermittlung leider nur unzureichend nach. Um Überschuldungskarrieren frühzeitig zu stoppen, müssen Kinder und Jugendliche die Gefahren von Schulden kennen und den Umgang mit Geld, Kredit und Verträgen lernen. Und zwar schon, bevor sie die Schwelle ins Erwachsenenleben überschreiten.
Ausgereifte Konzepte für Projektarbeit und Unterrichtsmaterialien zu den Themen der Schuldnerberatung sind ausreichend vorhanden. Die ZSB hat jedoch nicht genügend personelle Ressourcen um die Schulen im erforderlichen Maß zu unterstützen. Darum sollen ehrenamtliche Finanzpaten für die ZSB in den Schulen arbeiten

Ehrenamtliche Finanzpat:innen

Finanzpat:innen sollen als Ansprechpartner:in, Ideen- und Ratgeber:in für Schüler:innen, Eltern und Lehrer:innen zu den Themen der Schuldnerberatung zur Verfügung stehen. Sie werden auf ihre Aufgaben vorbereitet und von hauptamtlichen Berater:innen der Schuldnerberatung geschult, begleitet und unterstützt. Ziel der Präventionsarbeit ist es, Jugendliche und junge Erwachsene zu einem selbständigen und verantwortlichen Umgang mit Geld und Konsum zu befähigen.

Wer sich für das ehrenamtliche Engagement als Finanzpat:in interessiert, kann sich unter praevention per E-Mail bei der Zentralen Schuldnerberatung melden. Die Auswahl der Schule und der konkreten Einsatzfelder erfolgen in Absprache mit der jeweiligen Schule. Die Einsatzfelder werden auf die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Finanzpat:innen abgestimmt.

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Burkhard Kowalski

Alter: Jahrgang 1960

Beruflicher Hintergrund: Ausbildung zum Bankkaufmann, Studium Diplom Wirtschaftsingenieur, 30 Jahre Berufs- und Managementerfahrung im Personal- und Finanzwesen

Warum ich Finanzpate bin: Ich arbeite gerne mit jungen Menschen und freue mich immer, wenn ich ihnen etwas von meiner Erfahrung auf ihren Weg durchs Leben mitgeben kann. Den sinnvollen Umgang mit Geld sollte man früh im Leben lernen und ich trage dazu gerne bei!

Faustregel um finanziell klarzukommen: Führe über ein Jahr ein Haushaltsbuch mit Einnahmen und Ausgaben, sobald Du das erste Gehalt bekommst! Schätze vorher, für was Du wieviel ausgeben wirst. Das ist eine spannende Übung, Du wirst überrascht sein. Tipp: Benutze die App MoneyControl!

Spartipp: Kein Geld ausgeben, das man nicht hat. Dispokredite sind viel zu teuer!

Lebensmotto: Wer nicht weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er wo anders ankommt!

 

Martin Lamprecht

Martin Lamprecht

Alter: Jahrgang 1952 

Beruflicher Hintergrund: Dipl. Ing. Leiter Lohn und Gehalt a.D.

Warum ich Finanzpate bin: Im Beruf hatte ich viel Kontakte mit überschuldeten Personen, deren Gehalt per Gerichtsbeschluss gepfändet wurde. Ich will jungen Leuten Wege zeigen, nicht in die Verschuldung zu geraten.

Faustregel um finanziell klarzukommen: Keine Schulden machen

Spartipp: Einfach leben und Verzicht üben

Lebensmotto: Zufrieden sein mit dem, was man hat

 

Anton Mech

Alter: Jahrgang 1954

Beruflicher Hintergrund: Diplom Kaufmann, Unternehmensberater

Warum ich Finanzpate bin: Ich will versuchen, junge Menschen, die vor ihrem Berufseinstieg stehen, für das Thema Geld zu sensibilisieren, damit sie damit verantwortungsbewusst umgehen und sich nicht schon in jungen Jahren verschulden.

Faustregel um finanziell klar zu kommen: Überlegt Geld ausgeben, nicht über seine Verhältnisse leben, keinesfalls mehr ausgeben als man einnimmt.

Spartipp: Jeden Monat etwas auf die hohe Kante legen. Am besten lässt man schon bei der Gehaltsauszahlung einen festen Betrag auf ein Sparkonto überweisen. Dann steht dieses Geld schon gar nicht mehr für Ausgaben zur Verfügung.

Lebensmotto: Echte Wahlfreiheit ist die Freiheit, sich selbst freiwillig zu beschränken (Lisette Thooft).

 

Markus Schulz

Alter: Jahrgang 1973

Beruflicher Hintergrund: Seit fast 20 Jahren freier Finanzplaner

Warum ich Finanzpate bin: Sowohl privat als auch beruflich sehe ich, wie leicht den Menschen das Geld durch die Finger rinnt. Insbesondere junge Leute tappen schnell in die Schuldenfalle, da Marketing und Werbung alles tun, um sie zu verführen und die echten Vorbilder fehlen. Ich möchte jungen Menschen dabei helfen, ihre Zukunft in finanzieller Freiheit zu gestalten, statt in die Falle der Überschuldung zu geraten.

Faustregel um finanziell klarzukommen: Mindestens zwei Monatsnettogehälter sollten immer als eiserne Reserve auf einem Tagesgeldkonto parken.

Spartipp: Wenn möglich, lege für jeden Euro, den Du für Spiel und Spaß ausgibst (Kino, Klamotten, Handy, Kirmes, Weggehen…) mindestens einen weiteren auf Dein Sparkonto! So macht das Sparen Spaß, denn man verbindet es gedanklich mit erfreulichen Dingen.

Lebensmotto: Freue Dich an den kleinen Dingen des Lebens, dann gehen die großen Wünsche ganz von allein in Erfüllung.

Karl-Heinz Siefert

Alter: Jahrgang 1951

Beruflicher Hintergrund: Volksschule, Lehre, zweiter Bildungsweg, Abitur an der Technischen Oberschule Stuttgart, Studium an der Uni Hohenheim, Dipl. oec., verschiedene Stationen im Vertrieb bei Mercedes, zuletzt Verkaufsleiter für PKW-Neuwagen bei einer Mercedes-Vertretung in Esslingen.

Warum ich Finanzpate bin: Ich habe selbst erlebt, wie junge Menschen sich verschulden und auf zu großem Fuß leben. Durch meine Präventionsarbeit möchte ich dazu beitragen, jungen Leuten zu helfen, mit ihren Einnahmen und Ausgaben die richtige Balance zu finden.

Faustregel um finanziell klar zu kommen: Das Girokonto nicht ins Minus abrutschen lassen.

Spartipp: Jeden Monat einen festen Betrag aufs Sparkonto.

Lebensmotto: Beruflich Durchhalten und das Genießen dabei nicht vergessen.

Heinz Zerweck

Alter: Jahrgang 1943

Beruflicher Hintergrund: Nach technischer Ausbildung nebenberufliche Ausbildung zum Wirtschaftsberater. Anschließend 30 Jahre als unabhängiger, freier Wirtschaftsberater selbständig tätig.
Beruflich habe ich Personen zu den Themen Geld/ Einkommen beraten, damit diese ihre Ziele erreichen konnten. Jetzt will ich dort helfen, wo mit wenig Geld etwas gemacht werden kann oder muss und auf mögliche Stolperfallen, aber auch Optimierungen hinweisen.

Faustregel um finanziell klarzukommen: Faustregeln habe ich nicht, eher Fragen und Tipps.
Welche Ziele hast Du? Diejenigen ohne Ziele irren voller Arbeit hektisch umher. Nimm Dir Zeit für Dich zu Überlegen.
Rockefeller empfahl: Es lohnt sich mehr eine Stunde über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.
Analyse von Einkommen und Ausgaben. Was bleibt danach?
Vorwärtssparen statt Rückwärtssparen (Raten zahlen).
Brauch ich das oder will ich das?
Den inneren Schweinhund besiegen! Mark Twain stellte fest: Der Sommer war zu heiß um das zu tun, für das es im Winter zu kalt war.
Gerne fördern, aber auch gleichzeitig fordern, damit es die gleiche Richtung nach vorne geht.

Spartipp: Regelmäßig am Monatsanfang sparen, und wenn es nur 1 € ist. (aus dem Auge aus dem Sinn) Auch da kommt was zusammen. Irgendwann reicht’s sogar noch zum Spaßkonto!

Lebensmotto: Erfreue dich auch an den kleinen Dingen des Lebens, sei dankbar und manchmal demütig.
Mache nicht die gleichen Fehler wie die anderen, sondern lerne daraus. Du wirst noch genügend neue Fehler machen, so wie ich.

Wer kann Finanzpat:in werden?

Wer über ausreichend Lebenserfahrung und Finanzkompetenz verfügt und Freude an der Arbeit mit Jugendlichen hat, ist für die ehrenamtliche Arbeit als Finanzpat:in  geeignet. Nach Hospitationen in der Beratung und der Präventionsarbeit sowie nach einer Schulung können Finanzpaten tätig werden.



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Welche Schulen und Einrichtungen können teilnehmen?

Grundsätzlich können alle Schulen und Einrichtungen in Stuttgart, die Bedarf und Interesse haben, vom Finanzpat:innenprojekt profitieren. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Klassenstufen 9 bis 10 in Förderschulen, Haupt- und Realschulen sowie die zweiten und dritten Ausbildungsjahrgänge der gewerblichen Schulen den größten Bedarf haben. Für die Schüler:innen in diesen Jahrgangs- und Ausbildungsstufen haben Finanzthemen eine zunehmende lebensrelevante Bedeutung. Interessierte Schulen können sich ebenfalls unter praevention melden.





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Unterstützen Sie das Projekt Finanzpaten!

Die Evangelische Gesellschaft Stuttgart ist einer der Träger der Zentralen Schuldnerberatung und koordiniert die Spenden.

Wenn Sie das Projekt unterstützen wollen, finden Sie unter
www.eva-stuttgart.de/spendenundhelfen
alle Informationen zum Finanzierungsbedarf.
Hier können Sie direkt online spenden.

Oder spenden Sie per Banküberweisung auf das Spendenkonto:

Evangelische Gesellschaft Stuttgart
Evangelische Bank eG (ehem. EKK)
Konto 234 567, BLZ 520 604 10
IBAN: DE53 5206 0410 0000 234 567, BIC: GENODEF1EK1
Verwendungszweck: 100810 Prävention

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Wir danken der Stuttgarter Zeitung, „Hilfe für den Nachbarn e.V." und Creditreform Stuttgart für die freundliche Unterstützung.

Fotomotiv zum Projekt: AllzweckJack / photocase.com